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    Der Armutsgefährdungsschwelle

    Der Armutsgefährdungsschwelle liegt bei 60 % des nationalen verfügbaren Median äquivalenzeinkommens (nach Sozialtransfers).

    Armutsgefährdungsquote

    Die Armutsgefährdungsquote ist der Anteil der Personen mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen (nach Sozialtransfers) unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle.

    Dieser Indikator misst nicht den Wohlstand oder die Armut, sondern ein (im Vergleich zu anderen Personen im gleichen Land) niedriges Einkommen, das nicht zwangsläufig mit einem niedrigen Lebensstandard gleichzusetzen ist.

    Verfügbares Äquivalenzeinkommen

    Das verfügbare Äquivalenzeinkommen ist das Gesamteinkommen eines Haushalts nach Steuern und anderen Abzügen, das für Ausgaben und Sparen zur Verfügung steht, geteilt durch die Äquivalenzskala.

    Das verfügbare Äquivalenzeinkommen wird in drei Schritten berechnet:

    • Die gesamten monetären Einkommen sämtlicher Haushaltsmitglieder aus allen Quellen werden addiert; hierzu zählen Einkünfte aus Arbeit, Anlageerträgen und Sozialleistungen sowie sämtliche weiteren Einkünfte des Haushalts; die gezahlten Steuern und Sozialbeiträge werden von dieser Summe abgezogen.
    • Um den unterschiedlichen Haushaltsgrößen und –zusammensetzungen Rechnung zu tragen, wird das (Netto-)Gesamteinkommen des Haushalts anhand einer Standard(äquivalenz)skala durch die Zahl der 'Erwachsenenäquivalente' geteilt.
    • Die daraus resultierende Zahl ist das verfügbare Äquivalenzeinkommen, das jedem Haushaltsmitglied in gleicher Höhe zugeordnet wird.

    Materielle Deprivation

    Die Quote der materiellen Deprivation ist ein Indikator der die Unfähigkeit ausdrückt, sich verschiedene Ausgaben leisten zu können, die von den meisten Menschen als für eine angemessene Lebensführung wünschenswert oder gar notwendig angesehen werden. Bei diesem Indikator wird unterschieden zwischen Personen, die sich bestimmte Waren oder Dienstleistungen nicht leisten können, und Personen, die diese Waren oder Dienstleistungen aus einem anderen Grund nicht besitzen – etwa weil sie sie bewusst nicht wollen oder nicht benötigen.

    Mit diesem Indikator wird der prozentuale Anteil der Bevölkerung gemessen, der für mindestens drei der neun folgenden Ausgaben nicht aufkommen kann:

    1. Hypotheken- oder Mietschulden oder Rechnungen für Versorgungsleistungen;
    2. angemessene Beheizung der Wohnung;
    3. unerwartete Ausgaben;
    4. regelmäßige fleisch- oder eiweißhaltige Mahlzeiten;
    5. Urlaubsreisen;
    6. Farbfernseher;
    7. Waschkessel;
    8. Auto;
    9. Telefon.

    Die Quote der erheblichen materiellen Deprivation ist definiert als die unfreiwillige Unfähigkeit, für mindestens vier der vorstehend genannten Ausgaben aufkommen zu können.

    Niedriger Erwerbsintensität (LWI)

    Der Indikator Personen, die in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsintensität leben ist definiert als die Anzahl der Personen, die in Haushalten leben, in denen die Personen im erwerbsfähiger Alter in den vorangegangenen 12 Monaten weniger als 20 % ihres gesamten Erwerbspotentials gearbeitet haben.

    Die Erwerbsintensität des Haushalts bezieht sich auf die Anzahl der Monate im Einkommensbezugsjahr, in denen alle Haushaltsmitglieder im erwerbsfähigen Alter erwerbstätig waren, im Verhältnis zur Anzahl der Monate, in denen eine Erwerbstätigkeit dieser Haushaltsmitglieder theoretisch möglich gewesen wäre.

    Personen im erwerbsfähigen Alter sind Personen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren, mit Ausnahme von Schülern und Studenten zwischen 18 bis 24 Jahren.

    Haushalte, die nur aus Kindern, Schülern und Studenten und/oder Personen im Alter unter 25 Jahren und/oder Personen im Alter von 60 Jahren und darüber bestehen, fließen nicht in die Berechnung des Indikators ein.

    Relative mediane Armutsgefährdungslücke (RMG)

    Die relative mediane Armutsgefährdungslücke ist die Differenz zwischen dem von Personen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle bezogenen medianen verfügbaren Äquivalenzeinkommen und der Armutsgefährdungsschwelle. Sie wird als Prozentsatz der Armutsgefährdungsschwelle angegeben.

    Sozialtransfers

    Als Sozialtransfer wird die soziale Unterstützung durch institutionelle Einheiten des Zentralstaats (Bundes), der Länder und der Gemeinden bezeichnet. Sie umfassen:

    • Leistungen der Alters- (Ruhestands-) und Hinterbliebenenversorgung (für Witwen und Witwer),
    • bei Arbeitslosigkeit,
    • für Familien,
    • bei Krankheit und Invalidität,
    • zur Ausbildungsförderung,
    • Wohngeld,
    • Sozialhilfe und
    • sonstige Leistungen.

    Quelle: Eurostat, Statistics explained, Thematic Glossaries