Vier von zehn Erwachsenen nahmen 2025 an Weiterbildung teil
Im Jahr 2025 nahmen 40,7 % – also fast vier von zehn – der 25- bis 64‑Jährigen an einer Bildungsmaßnahme teil. Dies geht aus neuen Ergebnissen von Statbel, dem belgischen Statistikamt, hervor. Damit liegt Belgien noch unter dem europäischen Ziel, das im Rahmen der European Education Area [1] Anfang 2021 formuliert wurde: 47 % der Erwachsenen (25‑ bis 64‑Jährigen) sollen bis 2025 im Laufe des vorangegangenen Jahres an einer Bildungsmaßnahme teilgenommen haben. Nur die 25- bis 34-Jährigen erreichen das Ziel knapp. Auch unter den Erwerbstätigen gibt es bestimmte Gruppen, die dieses Ziel erreichen.
Frauen nehmen häufiger am lebenslangen Lernen teil
Wenn wir dies nach verschiedenen Gruppen aufschlüsseln, sehen wir, dass etwas mehr Frauen am lebenslangen Lernen teilnehmen (41,4 % gegenüber 39,9 %). Wir sehen deutliche Unterschiede je nach Bildungsniveau: 18,2 % der Personen mit nur einem Grundschuldiplom nahmen an Weiterbildung teil, gegenüber 31,2 % der Personen mit einem Abschlusszeugnis der Oberstufe des Sekundarunterrichts. 56,6 % der Personen mit einem Hochschulabschluss nahmen an einer Bildungsmaßnahme teil. Flandern ist die Region mit dem höchsten Prozentsatz an lebenslangem Lernen: 45,0 %. In der Region Brüssel-Hauptstadt sind es 40,8 % und in der Wallonischen Region 32,6 %. Lebenslanges Lernen nimmt mit dem Alter ab: 25‑ bis 34‑Jährige nahmen in 47,2 % der Fälle an einer Bildungsmaßnahme teil, 55‑ bis 64‑Jährige in 28,8 % der Fälle.
Auch die Gesundheit spielt eine große Rolle für die Teilnahme an Weiterbildung: Von denjenigen, die sich in einem sehr guten Gesundheitszustand befinden, nehmen 48,4 % an einer Bildungsmaßnahme teil, während es bei denjenigen in (sehr) schlechtem Gesundheitszustand nur 14,8-10,1 % daran teilnehmen.
Immer mehr Erwerbstätige nehmen an Weiterbildung teil
Nach Arbeitsmarktstatus sehen wir, dass im Jahr 2025 46,8 % der Erwerbstätigen an Weiterbildung teilnahmen, gegenüber 29,4 % der Arbeitslosen und nur 19,2 % der Nichterwerbstätigen. Der prozentuale Anteil der Erwerbstätigen, die am lebenslangen Lernen teilnehmen, steigt von 41,4 % im Jahr 2024 auf 46,8 % im Jahr 2025. Lebenslanges Lernen kann zum Beispiel helfen, einfacher den Arbeitsplatz zu wechseln.
Wenn wir den Ort der Tätigkeit betrachten, sehen wir, dass die Personen, die in der Flämischen Region arbeiten, am häufigsten an Weiterbildung teilnehmen (50,2 %), etwas mehr als die Personen in der Region Brüssel-Hauptstadt (47,2 %). Die Wallonische Region schneidet mit 37,6 % schlechter ab. Arbeitnehmer im Ausland schneiden bemerkenswert gut ab: 53,2 % von ihnen haben im vergangenen Jahr an einer Weiterbildung teilgenommen.
Weniger Weiterbildung im Baugewerbe, Handel sowie im Gastgewerbe
Es gibt auch auffällige Unterschiede zwischen den Sektoren: Die drei Sektoren mit der geringsten Bildungsteilnahme (und ausreichenden Beobachtungen) sind das Baugewerbe, der Handel und das Gastgewerbe. In anderen Bereichen nahmen im vergangenen Jahr mehr als 50 % der Erwerbstätigen an einer Weiterbildung teil (z. B. in extraterritorialen Organisationen, im Finanzsektor, im Bildungswesen, in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, in Information und Kommunikation, in der öffentlichen Verwaltung und Verteidigung, in der Sozialversicherung, im Gesundheits- und Sozialwesen).
Vollzeitbeschäftigte (47,9 %) nehmen etwas häufiger an einer Weiterbildung teil als Teilzeitbeschäftigte (43,3 %). Es gibt nur einen geringen Unterschied zwischen Lohnempfängern mit unbefristetem Arbeitsvertrag (47,2 %) und solchen mit befristetem Arbeitsvertrag (46,6 %) hinsichtlich ihrer Teilnahme an Weiterbildung.
Beschäftigte in Dienstleistungsberufen nehmen weniger an Weiterbildung teil als Führungskräfte oder Personen in akademischen Berufen
Führungskräfte, akademische, wissenschaftliche und künstlerische Berufe sowie Techniker und verwandte Berufe haben im vergangenen Jahr in mehr als der Hälfte der Fälle an einer Weiterbildung teilgenommen. Bei Dienstleistungsberufen, Verkäufern, Bedienern von Anlagen und Maschinen, Montageberufen und Hilfsarbeitskräften beträgt der Anteil nur ein Drittel. Mehr als 60 % der Personen, die manchmal oder gewöhnlich (aber nicht immer) von zu Hause aus arbeiten, nahmen im vergangenen Jahr an Weiterbildung teil. Bei denjenigen, die immer von zu Hause aus arbeiten, sind es 42,1 %, und bei denjenigen, die nie von zu Hause aus arbeiten, sind es 38,4 %.
Was versteht man unter Bildung?
In der Umfrage wird geprüft, ob jemand an einer Bildung teilgenommen hat, einerseits in den letzten vier Wochen, andererseits im vergangenen Jahr. Mit ‚Bildung‘ wird jede formale und nicht-formale Bildung gemeint. Formale Bildungen sind von den Unterrichtsministerien anerkannte Bildungen, die meistens zu einem Diplom oder Zeugnis wie einem Masterdiplom führen oder einer Bildung der Erwachsenenbildung. Nicht-formale Bildungen sind Bildungen außerhalb dieses Kontextes, aber die noch immer strukturiert organisiert werden, z.B. einen Gesundheitskurs organisiert von der Krankenkasse oder ein Webinar über time management organisiert von einem selbständigen Unternehmer. Selbststudium und informelles Lernen hören hier nicht dabei. Diese Ziffern sind seit 2005 verfügbar für Belgien.
Bruch in den Zahlen für das Jahr 2024
Im Jahr 2024 wurde die Befragung zur Teilnahme am lebenslangen Lernen im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung erweitert. Dies führte im Jahr 2024 zu einem Bruch in der Zeitreihe zum lebenslangen Lernen. Mehr Informationen dazu (NL-FR-EN).
Definitionen
Beschäftigte Personen, Arbeitslose und nicht erwerbstätige Personen
Die Erhebung ist auf europäischer Ebene harmonisiert. Die verwendeten Definitionen über Beschäftigung und Arbeitslosigkeit entstammen dem Internationalen Arbeitsamt (ILO), wodurch eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse auf internationaler Ebene gewährleistet wird.
Erwerbstätige sind Personen, die in der Berichtswoche "gegen Entgelt" oder mit dem Ziel der "Gewinnerzielung" von beliebiger Dauer (auch wenn es sich nur um eine Stunde handelte) gearbeitet haben, oder die einen Arbeitsplatz hatten, aber vorübergehend abwesend waren. Man kann vorübergehend wegen Urlaub, Krankheit, aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen (vorübergehende Arbeitslosigkeit) abwesend sein,....
Die mithelfenden Familienangehörigen werden ebenfalls als Erwerbstätige gezählt. Seit 2021 werden Personen, die länger als drei Monate vorübergehend arbeitslos sind, als Arbeitslose oder Nichterwerbspersonen gezählt und nicht mehr als Erwerbstätige.
Arbeitslose sind alle Personen, die:
- (a) während der Berichtswoche keine Arbeit hatten, d.h. keine Arbeitnehmer waren oder keine selbständige Erwerbstätigkeit hatten;
- (b) für Arbeit verfügbar waren, d.h. für Arbeit als Arbeitnehmer oder als Freiberufler verfügbar waren innerhalb den zwei Wochen nach der Berichtswoche;
- (c) aktiv Arbeit suchten, d.h. während den letzten vier Wochen einschließlich der Berichtswoche gezielte Schritte unternommen hatten, um eine Beschäftigung oder Arbeit als Freiberufler zu suchen, oder einen Arbeitsplatz gefunden hatten und innerhalb von höchstens drei Monaten ihre Arbeit aufnehmen würden.
Unter Geringqualifizierte werden verstanden jene Personen, die maximal einen Studienabschluss der Unterstufe des Sekundarunterrichts haben. Mittelqualifizierte sind Personen, die ein Diplom der Oberstufe des Sekundarunterrichts, aber keinen Hochschulabschluss erworben haben. Hochqualifizierte haben einen Hochschulabschluss.
Lebenslang lernen
Lebenslang lernen wird gemessen anhand des Prozentsatzes der Bevölkerung, der in den letzten 12 Monaten oder 4 Wochen eine formale oder non-formale Bildung gefolgt hat.
Formale Bildungen sind von den Unterrichtsministerien anerkannten Bildungen die meistens zu einer Diplom oder Zeugnis wie ein Masterdiplom führen, oder eine Bildung der Erwachsenenbildung.
Non-formale Bildungen sind Bildungen außerhalb dieses Kontextes, aber die noch immer strukturiert organisiert werden, z.B. Eine Gesundheitskurse organisiert von der Krankenkasse oder ein Webinar über time management organisiert von einem selbständigen Unternehmer.
Selbststudium und informelles lernen hören hier nicht dabei.
Bildungsniveau
Das Bildungsniveau wird gemessen anhand eines detaillierten Fragenbogens. Die Personen werden in diesem Fall in drei Gruppen verteilt.
Unter Geringqualifizierte werden verstanden jene Personen, die maximal einen Studienabschluss der Unterstufe des Sekundarunterrichts haben. Mittelqualifizierte sind Personen, die ein Diplom der Oberstufe des Sekundarunterrichts, aber keinen Hochschulabschluss erworben haben. Hochqualifizierte haben einen Hochschulabschluss.
Metadaten
Berichte und Artikel
Survey methodology
- Änderungen der Erhebung über Arbeitskräfte (AKE) in 2021
- AKE: Methodologische Verbesserungen der Erhebung über Arbeitskräfte 2017 (PDF, 99 Kb)
- AKE: PPräsentation der Erhebung bis 2016 (NL-FR)
- AKE: Präsentation der Erhebung ab 2017 (NL-FR)
- Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Arbeitskräfteerhebung (AKE)