Lohnerhebung

Lohngefälle: Belgien schneidet besser ab als die meisten anderen europäischen Länder

Beschäftigung & Ausbildung
Lohngefälle: Belgien schneidet besser ab als die meisten anderen europäischen Länder

In Belgien verdienen Frauen im Durchschnitt 6% weniger pro Stunde als Männer.

Dies ergibt sich aus Zahlen über das harmonisierte europäische geschlechtsspezifische Lohngefälle im Jahr 2018 von Statbel, dem belgischen Statistikamt.

Dennoch ist die Lohnungleichheit bei den Stundenlöhnen zwischen Männern und Frauen in Belgien weniger ausgeprägt als in den meisten anderen europäischen Ländern.

Das durchschnittliche EU-Lohngefälle beträgt 14,8%. Nur Rumänien (3%), Luxemburg (4,6%) und Italien (5,0%)* schneiden besser ab als Belgien.

Seit 2010 ist das Lohngefälle in Belgien von 10,2% auf 6% gesunken. Für den EU-Durchschnitt war der Rückgang geringer: von 15,8% im Jahr 2010 auf 14,8% im Jahr 2018.

In der nachstehenden Tabelle werden die Entwicklungen in den 10 Ländern mit dem geringsten Lohngefälle dargestellt.

   2010 %  2018 %
1 Slowenien 0,9 Rumänien 3,0
2 Polen 4,5 Luxemburg 4,6
3 Italien 5,3 Italien 5,0*
4 Kroatien 5,7 Belgien 6,0
5 Malta 7,2 Slowenien 8,7
6 Luxemburg 8,7 Polen 8,8
7 Rumänien 8,8 Kroatien 10,5
8 Belgien 10,2 Ungarn 11,2
9 Litauen 11,9 Malta 11,7
10 Portugal 12,8 Schweden 12,2

* Italien: Zahlen von 2017

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle
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Geschlechtsspezifisches Lohngefälle = (Stundenlohn Männer – Stundenlohn Frauen) / Stundenlohn Männer
* Griechenland: Zahlen von 2014 Italien und Irland: Zahlen von 2017

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle stellt die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Frauen und Männern dar, ausgedrückt als Prozentsatz des durchschnittlichen Lohns von Männern.


 Das wird in folgender Formel ausgedrückt:

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle = (Stundenlohn Männer –  Stundenlohn Frauen) / Stundenlohn Männer

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle wird anhand von diesen Sachen berechnet:

  • Die Lohnerhebung für das Bezugsjahr 2014;
  • LASS-Daten für die Jahre nach 2014.

Alle EU-Mitgliedstaaten verwenden harmonisierte Konzepte und Methoden zur Berechnung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles. Dies ermöglicht es uns, die belgische Lage mit dem Lohngefälle in den anderen EU-Mitgliedstaaten zu vergleichen. Diese Zahlen über das Lohngefälle enthalten alle Mitarbeiter mit einem Arbeitsvertrag, die in Unternehmen mit mindestens 10 Mitarbeitern arbeiten, unabhängig von der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden.

Neben den aggregierten Zahlen über das Lohngefälle arbeitet Statbel auch am belgischen Bericht über das Lohngefälle mit, der vom Institut für die Gleichheit von Frauen und Männern veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse im Bericht können jedoch leicht von den aggregierten Zahlen über das Lohngefälle abweichen. So gibt es zum Beispiel einen Unterschied in der statistischen Grundgesamtheit und werden unter anderem für das Bildungswesen Neuberechnungen durchgeführt. Die neuesten Berichte über das Lohngefälle können über einen separaten Link eingesehen werden.