Lohnerhebung

Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen liegt 2019 bei 5,8%

Beschäftigung & Ausbildung
Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen liegt 2019 bei 5,8%

Im Durchschnitt verdienen Frauen 5,8% weniger pro Stunde als Männer.

Das ergibt sich aus Zahlen der auf europäischer Ebene harmonisierten Berechnung des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen für das Jahr 2019, die von Statbel, dem belgischen Statistikamt, veröffentlicht wurden.

Belgien schneidet allerdings besser ab als die meisten anderen europäischen Länder in Bezug auf gleiche Stundenlöhne für Frauen und Männer.

Das durchschnittliche Lohngefälle auf europäischer Ebene liegt bei 14,1%. Nur Luxemburg (1,3%), Rumänien (3,3%) und Italien (4,7%) schneiden besser ab als Belgien.

Seit 2010 ist das Lohngefälle in Belgien von 10,2% auf 5,8% gesunken. Der europäische Durchschnitt ist in geringerem Maße gesunken: von 15,8% im Jahr 2010 auf 14,1% im Jahr 2019.

In der nachstehenden Tabelle werden die Entwicklungen in den 10 Ländern mit dem geringsten Lohngefälle dargestellt.

   2010 %  2019 %
1 Slowenien 0,9 Luxemburg 1,3
2 Polen 4,5 Rumänien 3,3
3 Italien 5,3 Italien 4,7
4 Kroatien 5,7 Belgien 5,8
5 Malta 7,2 Slowenien 7,9
6 Luxemburg 8,7 Polen 8,5
7 Rumänien 8,8 Kroatien 10,1
8 Belgien 10,2 Ungarn 10,6
9 Litauen 11,9 Malta 11,5
10 Portugal 12,8 Schweden 11,6
Geschlechtsspezifisches Lohngefälle
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Geschlechtsspezifisches Lohngefälle = (Stundenlohn Männer – Stundenlohn Frauen) / Stundenlohn Männer
* Griechenland und Irland: Zahlen von 2018

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle ist der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von weiblichen und männlichen Arbeitnehmern und wird als Prozentsatz des durchschnittlichen Lohns von männlichen Arbeitnehmern ausgedrückt. Das wird in folgender Formel ausgedrückt:

Geschlechtsspezifisches Lohngefälle = (Stundenlohn Männer –  Stundenlohn Frauen) / Stundenlohn Männer

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle wird anhand der Lohnerhebung berechnet. Die statistische Grundgesamtheit besteht aus allen Lohnempfängern, die in Unternehmen arbeiten:

  • mit mindestens 10 Mitarbeitern;
  • deren Hauptwirtschaftstätigkeit in den Anwendungsbereich der Abschnitte B-S (-O) der NACE Rev.2 fällt.

Es gibt keine Einschränkungen nach Alter oder Arbeitszeit. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle umfasst also sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitbeschäftigte.

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle beinhaltet sowohl bezahlte Überstunden als auch die Prämien, die jede Lohnperiode gezahlt werden. Beispiele dafür sind Prämien für Nacht- oder Wochenendarbeit. Prämien, die nur ausnahmsweise gezahlt werden, wie z.B. dreizehnter Monat oder doppeltes Urlaubsgeld, sind nicht im verwendeten Konzept einbegriffen.

Alle EU-Mitgliedstaaten verwenden harmonisierte Konzepte und Methoden zur Berechnung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles. Dies ermöglicht es uns, die belgische Situation mit dem Lohngefälle in den anderen EU-Mitgliedstaaten zu vergleichen.