Soziale und kulturelle Teilnahme

Frauen lesen mehr als Männer

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Frauen lesen mehr als Männer

"Haben Sie in den letzten 12 Monaten Bücher gelesen, einschließlich E-Books und Hörbücher?“ Anlässlich der SILC-Erhebung, die 2022 durchgeführt wurde, hat Statbel, das belgische Statistikamt, diese Frage einer repräsentativen Stichprobe der belgischen Bevölkerung ab 16 Jahren gestellt.

Daraus ergab, dass Frauen mehr lesen als Männer. 67 % hatten mindestens ein Buch gelesen, gegenüber 52 % der Männer. Sie sind auch volumenmäßig größere Leserinnen, da 24 % von ihnen im Vorjahr mindestens 10 Bücher gelesen haben, verglichen mit 15 % der Männer. Für die Gesamtbevölkerung lauten die Zahlen 60 % Leser und 19 % Leser von mindestens 10 Büchern.

Personen im Alter von 75 Jahren und älter lesen weniger

Die Erhebung weist nicht auf regionale Unterschiede hin. Dagegen gibt es Unterschiede in Bezug auf das Alter: Personen ab 75 Jahren lesen verhältnismäßig weniger als andere Altersgruppen. Dies ist nicht der Fall bei den Jugendlichen von 18 bis 24 Jahren alt, die genauso viel lesen wie Personen im erwerbsfähigen Alter.

Mehr Leser in der Gruppe der Beschäftigten

Selbstständige geben zwar am häufigsten Zeitmangel als Grund dafür an, dass sie in den vorangegangenen 12 Monaten nicht mindestens ein Buch gelesen haben (14 % gegenüber 6 % in der Gesamtbevölkerung), doch sind sie, ebenso wie Beschäftigten, proportional häufiger Leser als Arbeitslose, Rentner und Nichterwerbspersonen. 57 % der Rentner hatte mindestens ein Buch gelesen, gegenüber 63 % der Beschäftigten. Dagegen sind lesende Rentner häufiger Viel-Leser: 24 % der Rentner haben im Laufe des Jahres mindestens 10 Bücher gelesen, was 42 % der pensionierten Leser entspricht.

Großer Einfluss des Bildungsniveaus

Das Bildungsniveau hat einen großen Einfluss darauf, ob jemand im letzten Jahr mindestens ein Buch gelesen hat: 78 % der Personen ab 16 Jahren mit einem Hochschulabschluss haben mindestens ein Buch gelesen, bei den Personen mit höchstens einem Studienabschluss der Unterstufe des Sekundarunterrichts waren es 39 %.

Mangelndes Interesse ist der Hauptgrund für Nichtleser

Wenn man sich die Gründe für Nichtleser ansieht, warum sie in den vergangenen 12 Monaten nicht mindestens ein Buch gelesen haben, findet man als Hauptgrund mangelndes Interesse: 29 % der belgischen Bevölkerung haben aus mangelndem Interesse keine Bücher gelesen. Bei Personen, die höchstens einen Studienabschluss der Unterstufe des Sekundarunterrichts haben, steigt diese Zahl auf 47 % und bei Arbeitslosen auf 41 %.

Der wirtschaftliche Grund, keine finanziellen Mittel für den Kauf von Büchern zu haben, wurde nur von 0,3 % der Befragten angegeben. Sie betrifft 1,2 % der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen (AROPE), obwohl immerhin fast 50 % von ihnen im Vorjahr mindestens ein Buch gelesen haben.

Diese Zahlen stammen aus dem Modul "Soziale und kulturelle Teilnahme" der EU-SILC-Erhebung 2022, die von Statbel, dem belgischen Statistikamt, organisiert wurde. In der Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) werden jedes Jahr mehr als 6.500 belgische Haushalte zu ihrem Einkommen und ihren Lebensbedingungen befragt. Im Jahr 2022 fand die Erhebung von Februar bis August statt, sodass die Antworten auf die Fragen in diesem Modul durch die besonderen Bedingungen während der COVID-19-Krise beeinflusst worden sein könnten.

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