11.665 Konkurse im Jahr 2025: unterschiedliche Ergebnisse in den Regionen
11.665 Konkurse im Jahr 2025: unterschiedliche Ergebnisse in den Regionen
2025 haben 11.665 Unternehmen in Belgien Konkurs angemeldet. Dies ist ein Anstieg um 5,4% gegenüber 2024 (11.067 Konkurse) und das höchste Ergebnis seit 2013 (11.740).
Der Dezember mit 1.108 Konkursen, das sind 10,6 % mehr als im gleichen Monat des Jahres 2024, bestätigt diesen Jahrestrend. Der ausführliche Bericht mit diesen monatlichen Zahlen kann hier (NL - FR) abgerufen werden.
Diese Ergebnisse müssen jedoch für jede einzelne Region differenziert betrachtet werden.
Die 6.741 Konkurse, die im Jahr 2025 in der Flämischen Region verzeichnet wurden, stellen den höchsten Wert für den Zeitraum 2012-2025 dar und übertreffen den bisherigen Rekord von 6.323 Konkursen im Jahr 2024 mit 6,6%.
Die Zahl der Konkurse ist in der Wallonischen Region um 2,9 % gesunken im Vergleich zu 2024. Die 2.740 registrierten Konkurse in dieser Region stellen nur das sechsthöchste Ergebnis in den letzten 14 Jahren dar.
Die Region Brüssel-Hauptstadt verzeichnete 2.184 Konkurse, was einem Anstieg um 13,6% im Vergleich zu 2024 entspricht. So weist das Jahr 2025 die höchste Zahl von Konkursen in den letzten sechs Jahren auf,jedoch nur das siebthöchste Ergebnis im Zeitraum 2012–2025.
WIRTSCHAFTSBEREICHE
Mit Ausnahme der Landwirtschaft und Fischerei ist in allen anderen Wirtschaftsbereichen im Jahr 2025 ein Anstieg der Konkurse im Vergleich zu 2024 zu verzeichnen. Diese Zahl stellt einen belgischen Rekord in drei Wirtschaftszweigen dar:
- im Baugewerbe, in dem 2.780 Konkurse verzeichnet wurden, was einem Anstieg von 6,1 % gegenüber dem bisherigen Rekord im Jahr 2024 (2.619) entspricht;
- Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 910 Konkursen, was einem Anstieg um 5,0 % gegenüber dem bisherigen Rekord des Jahres 2019 entspricht (867);
- Im Bereich Verkehr und Lagerei, in dem 830 Konkurse registriert wurden, was einem Anstieg um 14,6 % gegenüber dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2024 entspricht (724).
Darüber hinaus verzeichnete die Flämische Region im Zeitraum 2012-2025 die meisten Konkurse in fünf Sektoren, nämlich
- im Baugewerbe mit 1.802 Konkursen, das sind 9,9% Konkurse mehr als im Jahr 2024 (zweithöchster Wert des Zeitraums mit 1.640 Konkursen);
- in den sonstigen Dienstleistungen, in denen 1.019 Konkurse verzeichnet wurden, was einem Anstieg von 10,2 % gegenüber dem bisherigen Rekord im Jahr 2023 (925) entspricht;
- Im Sektor Verkehr und Lagerei, in dem 501 Konkurse verzeichnet wurden, was einem Anstieg um 16,2% gegenüber dem vorherigen Rekord von 2024 (431) entspricht;
- Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 499 Konkursen, das sind 3,7% Konkurse mehr als im Jahr 2024 (zweithöchster Wert des Zeitraums mit 481 Konkursen);
- Im Bereich der Information und Kommunikation, in dem 205 Konkurse verzeichnet wurden, was einem Anstieg von 12,0 % gegenüber dem bisherigen Rekord im Jahr 2024 (183) entspricht.
In der Wallonischen Region stellen die 236 Konkurse im Bereich der freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen den höchsten Wert im Zeitraum 2012 -2025 dar und übertreffen die 217 Konkurse des Jahres 2024. Dies war auch in der Region Brüssel-Hauptstadt der Fall, wo 228 registrierten Konkurse im Bereich Transport und Lagerei verzeichnet wurden, die die 197 Konkurse des Jahres 2018 in diesem Sektor übertrafen.
RECHTSFORM
Obwohl die Zahl der Konkurse unter den Selbstständigen in Belgien die zweithöchste im Zeitraum 2013-2025 ist (2.281 gegenüber 2.347 im Jahr 2023, bisheriger Rekord), übertreffen die 7.754 Konkurse bei den Gesellschaften mit beschränkter Haftung den bisherigen Rekord von 2013 (7.525).
Auch in der Region Brüssel-Hauptstadt wurden bei den Selbstständigen (227 gegenüber 199 Konkurse im Jahr 2024) und bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (4.409 gegenüber 4.074 im Jahr 2024) sowie bei den Selbstständigen in der Flämischen Region Rekordzahlen verzeichnet (1.391 gegenüber 1.321 im Jahr 2023).
ARBEITSPLATZVERLUSTE
Die Zahl der Arbeitsplatzverluste ist im Jahr 2025 (29.842) um 2,0% höher als im Jahr 2024 (29.245). So weist das Jahr 2025 die höchste Zahl von Arbeitsplatzverlusten in den letzten elf Jahren auf, die jedoch im Vergleich zum Zeitraum vor 2015 niedriger ist.
Auf regionaler Ebene verzeichnete die Region Brüssel-Hauptstadt in den letzten 14 Jahren mit 5 993 die meisten Arbeitsplatzverluste, die nur noch von 2014 (6 222) übertroffen wurden. Obwohl die Zahl der Arbeitsplatzverluste in der Flämischen Region im Vergleich zu 2024 um 10,1% gesunken ist, stellen die 15.762 Arbeitsplatzverluste nur das dritthöchste Ergebnis in den letzten 14 Jahren dar. Die Zahl der Arbeitsplatzverluste in der Wallonischen Region ist die höchste in den letzten zehn Jahren, aber niedriger als im Zeitraum vor 2016.
Zum Schluss, stieg die Zahl der Arbeitsplatzverluste, die im Jahr 2025 infolge von Konkursen verloren gingen, im Vergleich zu 2024 in fünf Wirtschaftszweigen an. Diese Zahl stellt einen belgischen Rekord in drei dieser Wirtschaftszweigen dar:
- Im Bereich Gastgewerbe, mit 5.631 Arbeitsplatzverlusten, was einem Anstieg um 13,8% gegenüber dem vorherigen Rekord im Jahr 2016 entspricht (949);
- Im Bereich Verkehr und Lagerei mit 3.053 Arbeitsplatzverlusten, das sind 23,2 % mehr als der bisherige Rekord im Jahr 2020 (2.479);
- Im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen dem 1.847 Konkurse angemeldet wurden, was einem Anstieg um 8,6% gegenüber 2024 entspricht (1.700).
Zusätzlich zu dieser Pressemitteilung und dem ergänzenden Bericht (NL - FR) veröffentlicht Statbel auf seiner Website auch detailliertere monatliche Zahlen, die nach Gemeinden oder nach der NACEBEL-2008-Klassifizierung aufgeschlüsselt werden können. Diese Zahlen enthalten auch historische Zahlen, die im Bereich von den Konkursen bis 2000 und im Bereich von den Arbeitsplatzverlusten bis 2005 zurückreichen. Diese Zahlen sind auf be.STAT über die Registerkarte "Zahlen" dieser Veröffentlichung verfügbar.
Für die Interpretation der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass es zwischen der Einstellung der wirtschaftlichen Tätigkeit und der Zahlungsunfähigkeitserklärung vom Unternehmensgericht eine gewisse Verspätung gibt. Aus diesem Grund sind die wirtschaftlichen Auswirkungen erst nach einer bestimmten Zeitspanne in den Zahlen sichtbar.
Zweck und Kurzbeschreibung
Jeden Monat berechnet Statbel die Konkurszahlen des Vormonats. Diese Veröffentlichung findet etwa 15 Tage nach dem Berichtsmonat statt. Zusätzlich zu den monatlichen Zahlen kann Statbel auch vorläufige, wöchentliche Schätzungen erstellen. Diese wöchentlichen Zahlen ermöglichen eine schnelle Beobachtung der ersten Trends. Zusätzlich zu den Konkurszahlen berechnet Statbel immer auch die entsprechenden Arbeitsplatzverluste. Für die Arbeitsplatzverluste verlässt sich Statbel auf die neuesten verfügbaren Informationen des LSS.
Die von Statbel erstellten Konkursstatistiken basieren auf Daten der Zentralen Unternehmensdatenbank (ZUD) und dem statistischen Unternehmensregister. Für die Interpretation der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass es zwischen der Einstellung der wirtschaftlichen Tätigkeit und der Zahlungsunfähigkeitserklärung vom Unternehmensgericht eine gewisse Verspätung gibt. Aus diesem Grund sind die wirtschaftlichen Auswirkungen erst nach einer bestimmten Zeitspanne in den Zahlen spürbar.
Wegen der Covid-19-Krise und die damit verbundenen Sperrmaßnahmen haben die Unternehmensgerichte und Kanzleien bis 18. Mai ihre Tätigkeiten beschränkt. Darüber hinaus galt bis 17. Juni 2020 ein Moratorium, um Unternehmen gegen die Folgen der Covid-19-Krise zu schützen, die vor dem 18. März 2020 auf gesunden Beinen standen.
Danach hat die Bundesregierung am Freitag, 6. November 2020, ein neues Moratorium für Konkurse genehmigt. Dieses Moratorium galt bis zum 31. Januar 2021 und bot denjenigen Unternehmen Schutz, die aufgrund des Ministeriellen Erlasses vom 1. November 2020 zur Abänderung des Ministeriellen Erlasses vom 28. Oktober 2020 über Notfallmaßnahmen zur Festlegung von Dringlichkeitsmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus COVID-19 gezwungen waren, zu schließen.
Um das Auslaufen dieses zweiten Moratoriums zu kompensieren, setzte die belgische Bundesregierung eine dreiteilige Reform um, die den Zugang zum Verfahren der gerichtlichen Reorganisation flexibilisieren soll. Erstens wird das Verfahren flexibler gestaltet, indem die Unternehmen nicht mehr von Anfang an elf, sondern nur noch drei Unterlagen einreichen müssen, wobei die übrigen Unterlagen im Laufe des Verfahrens nachgereicht werden. Zweitens erfordert das Verfahren keine Veröffentlichung im Belgischen Staatsblatt mehr. Das ermöglicht dem Vermittler, den Gläubigern in voller Diskretion zu begegnen und sie davon zu überzeugen, von einer schnellen Rückzahlung ihrer Forderungen abzusehen, bevor eine Einigung erzielt wird. Drittens wird das Verfahren der gerichtlichen Reorganisation auf der Grundlage einer gütlichen Einigung gefördert, weil dieses Verfahren Anspruch auf eine Steuerbefreiung gibt, die bisher nur für Verfahren der gerichtlichen Reorganisation mittels eines Gerichtsurteils gilt. Die Bestimmungen zu den ersten beiden Säulen der Reform sollten ursprünglich nur bis zum 30. Juni 2021 gelten, wurden aber durch den Königlichen Erlass vom 24. Juni 2021 zur Verlängerung der Artikel 2, 4 und 12 des Gesetzes vom 21. März 2021 zur Abänderung des Buches XX des Wirtschaftsgesetzbuches und des Einkommensteuergesetzbuches 1992 bis zum 16. Juli 2022 verlängert
Zwischen den beiden Moratorien haben sowohl der FÖD Finanzen als auch das LSS dazu entschieden, ein De-facto-Moratorium anzuwenden. Beide Behörden entschieden, dass Steuerschulden und fälligen Sozialabgaben vorübergehend keinen Grund für einen Konkurs darstellen. Diese Regelung blieb für das LSS auch nach dem 1. Februar 2021 und bis Oktober 2021 in Kraft, während sie für die Steuerbehörden noch in Kraft ist.
Darüber hinaus findet in den Monaten Juli und August die richterliche Sommerpause statt. Die Gerichte bleiben in diesem Zeitraum geöffnet, aber die Anzahl der Anhörungen ist reduziert. Deshalb sind die Konkurszahlen in diesem Zeitraum niedriger.
Außerdem wurden verschiedene Maßnahmen - auf föderaler, regionaler und lokaler Ebene - ergriffen, um die Unternehmen während der COVID-19-Krise zu unterstützen. Das LSS gewährte zum Beispiel gütlich vereinbarte Tilgungspläne mit einer maximalen Dauer von 24 Monaten für die Rückzahlung aller Beiträge und Beträge für das Jahr 2020. Auf der Ebene des LFA könnte die vollständige vorübergehende Arbeitslosigkeit infolge des Coronavirus oder des Konflikts in der Ukraine bis zum 30. Juni 2022 als vorübergehende Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt (Corona) betrachtet werden.
Schließlich wurden vor kurzem neue Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen während der Energiekrise eingeführt. Auf der Ebene des LFA können Unternehmen unter anderem einen gütlichen vereinbarten Rückzahlungsplan beantragen, während energieintensive Unternehmen ein Sondersystem der vorübergehenden Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen für energieintensive Unternehmen in Anspruch nehmen können.
Alle diesen oben beschriebenen staatlichen Maßnahmen haben sich mäßigend auf die Zahl der seit März ausgesprochenen Konkurse ausgewirkt.
Grundgesamtheit
Ondernemingen onderworpen aan de wet op de faillissementen
Frequenz
Monatlich.
Zeitpunkt der Veröffentlichung und Überarbeitung
Die Veröffentlichung der monatlichen Konkurszahlen findet etwa 15 Tage nach dem Berichtsmonat statt. Bei jeder Veröffentlichung werden die Zahlen der letzten drei Monate überarbeitet. Die Zahlen für Januar 2025 werden jedoch nicht überarbeitet.
Definities
Konkurs
Ein Unternehmen geht in Konkurs, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Einerseits ist das Unternehmen zahlungsunfähig, d. h. es zahlt seine Gläubiger nicht mehr. Andererseits wurden auch die Kredite ans Unternehmen eingestellt. Mit anderen Worten: Das Unternehmen hat das Vertrauen seiner Gläubiger verloren. Die Bank weigert sich dann z. B., dem Unternehmen einen neuen Kredit zu gewähren. Ein Konkurs hat immer Bezug auf ein einzelnes Unternehmen. Eine Rechtsvereinbarung, bei der mehrere Personen eine Gesellschaft gegründet haben, wie z. B. eine offene Handelsgesellschaft (OHG), kann daher nur zu einem einzelnen Konkurs führen
Arbeitsplatzverluste
Der Verlust von Vollzeit- und Teilzeitarbeitsplätzen stammt aus dem LSS. Die Arbeitsplatzverluste werden auf der Grundlage der letzten bekannten Situation des Unternehmens, d. h. zum Zeitpunkt des Konkurses, ermittelt. Dieser Gesamtverlust an Arbeitsplätzen setzt sich aus der Summe von 3 einzelnen Kategorien zusammen (Verlust von Vollzeitarbeitsplätzen + Verlust von Teilzeitarbeitsplätzen + Verlust von Arbeitsplätzen von lohnabhängigen Arbeitgebern). Lohnabhängige Arbeitgeber sind Arbeitgeber, die sich selbst ein Gehalt zahlen. Informationen über die Anzahl der lohnabhängigen Arbeitgeber sind beim LSS nicht verfügbar. Demzufolge muss Statbel eine Schätzung vornehmen. Um die neuen Berechnungsregeln, die in der Statistik über Unternehmensinsolvenzen verwendet werden, mit denen der anderen von Statbel veröffentlichten Statistiken (z. B. Unternehmensdemografie, mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen usw.) in Einklang zu bringen, wird die Zahl der lohnabhängigen Arbeitgeber künftig auf der Grundlage der von Eurostat angewandten Methode aus der ESVG-Verordnung 2010 für die folgenden Unternehmenskategorien geschätzt: Selbständiger: 1 lohnabhängiger Arbeitgeber Partnerschaft und andere Rechtsformen: 2 Arbeitgeber Gesellschaft mit beschränkter Haftung: 1 lohnabhängiger Arbeitgeber, wenn es keine Beschäftigung beim LSS gibt.