Zwei von fünf Belgiern verfügen nicht über grundlegende digitale Kompetenzen
Der Prozentsatz der Belgier (im Alter von 16 bis 74 Jahren) mit zumindest grundlegenden digitalen Kompetenzen ist von 54 % im Jahr 2021 auf 61 % im Jahr 2025 gestiegen. Dies geht aus den neuesten Ergebnissen der Erhebung zur IKT-Nutzung bei Haushalten und Individuen hervor, die jährlich von Statbel, dem belgischen Statistikamt, organisiert wird. Trotz dieser Fortschritte liegt das in der "Digitalen Dekade für Europa" festgelegte Ziel, dass bis 2030 80 % der Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen sollen, noch weit in der Zukunft (Europas digitale Dekade | Gestaltung der digitalen Zukunft Europas).
Die digitalen Kompetenzen setzen sich aus fünf Komponenten zusammen. Die Belgier schneiden in Bezug auf die Online-Kommunikation am besten ab (86%) und bei der Sicherheit am schlechtesten (43 %).
Große Unterschiede je nach Alter, Bildungsniveau und sozioökonomischer Situation
Studierende und Erwerbstätige verfügen über die meisten digitalen Kompetezen: 79 % bzw. 70 % von ihnen verfügen über mindestens grundlegende digitale Kompetenzen. Arbeitslose (59 %), Nichterwerbstätige (38 %) und Rentner (39 %) erfahren mehr Schwierigkeiten. Auch das Alter und das Bildungsniveau spielen eine Rolle: Nach dem 45. Lebensjahr und bei Personen mit niedrigem Bildungsniveau ist ein deutlicher Rückgang der digitalen Kompetenzen zu verzeichnen.
Zweck und Kurzbeschreibung
Der Zweck der Datensammlung bei Haushalten und Einzelpersonen ist hier die Erstellung international vergleichbarer Statistiken und nationaler Indikatoren zur digitalen Spaltung.
Die Erhebung wird außerdem von Eurostat, dem Europäischen Statistikamt, subventioniert.
Untersuchungsfeld
Die Erhebung über die IKT-Nutzung der Privathaushalte und Individuen wurde als ‚IKT und Internet‘-Sondermodul der Arbeitskräfteerhebung (AKE) angekoppelt. Eine einzige, zufällig ausgewählte Person aus dem Haushalt beantwortet die sämtlichen Fragen, sowohl die Fragen aus der Sparte zur Situation des Haushalts, wie auch die Fragen aus der Sparte zur Situation der betreffenden Person selbst.
Datenversammlungsmethode und Stichprobenumfang
Datenerhebungsmethode
Für die IKT-Erhebung bei Haushalten und Einzelpersonen gibt es seit 2009 zwei Methoden der Datenerhebung: über eine Webanwendung und über ein Papierformular. Nachdem der Interviewer die AKE-Erhebung durchgeführt hat, bestimmt er auf der Grundlage der Geburtstage welches Haushaltsmitglied die Fragen zur IKT-Nutzung zu beantworten hat. Der Interviewer überreicht diesem Mitglied ein papierenes Formular mit Rückumschlag und dazu ein Dokument mit Anweisungen und den Zugriffscoden für die Webapplikation. Zwei bis drei Wochen nach dem Besuch des Interviewers erhalten die Haushalte, die noch nicht geantwortet haben, ein Erinnerungsschreiben. Vor dem Jahr 2009 wurden die Haushalte im Anschluss an die EKA-Erhebung vom Interviewer mündlich zu ihrer IKT-Nutzung befragt.
Stichprobenverfahren
Die Stichprobe der IKT-Erhebung bei Haushalte und Einzelpersonen ist der AKE-Erhebung angekoppelt. Alle Haushalte, die an den AKE-Erhebungen teilgenommen haben, werden dazu aufgefordert, auch die Fragen zur IKT-Nutzung zu beantworten.
Antwortrate
Im Verhältnis zu der Zahl der Haushalte, die an der AKE-Erhebung teilgenommen haben, liegt die Antwortrate für die IKT-Erhebung bei 67%. Gegenüber der anfänglichen Bruttostichprobe beträgt die Antwortrate 45%.
Frequenz
Die IKT-Erhebung wird jährlich durchgeführt.
Veröffentlichungskalender
Die Daten müssen Eurostat gegen Anfang Oktober übermittelt werden. Für das Publikum sind die Ergebnisse am Jahresende verfügbar.
Begriffserklärungen
Personen mit niedrigem Bildungsstand sind Personen, die höchstens einen Abschluss der Sekundarstufe I haben. Mittelqualifizierte sind Personen, die einen Abschluss der Sekundarstufe II, aber keinen Hochschulabschluss haben. Hochqualifizierte haben einen Hochschulabschluss.