Weniger Wintergetreide aufgrund schlechter Witterungsbedingungen in den Jahren 2023-2024

Landwirtschaft & Fischerei
Weniger Wintergetreide aufgrund schlechter Witterungsbedingungen in den Jahren 2023-2024

Endgültige Zahlen zur Landwirtschaft 2024

Nach den endgültigen Statistiken zur Landwirtschaft des Jahres 2024 von Statbel, dem belgischen Statistikamt, ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Belgien im Vergleich zu 2023 gleich geblieben. Die Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe sank leicht im Jahr 2024 um 0,8 % auf 33.973 Betriebe.

Infolge der übermäßigen Regenfälle im Herbst 2023 konnten deutlich weniger Winterkulturen ausgesät werden. Dies führte zu einem Rückgang von 20,7 % bei Wintergetreide (Winterweizen, Wintergerste und Dinkel). Der Rückgang war größer Flandern als in Wallonien (-34,7 % bzw. -13,5 %). Um diesen Rückgang auszugleichen, hatten die Landwirte im Frühjahr 2024 mehr Sommerkulturen ausgesät. So stieg die Anbaufläche für Sommergetreide (Sommerweizen und Sommergerste) um 72,7 % (+97,4 % in Flandern und +64,2 % in Wallonien) und für Körnermais um 14,4 %. Außerdem wurden im Frühjahr 2024 5 % mehr Kartoffeln gepflanzt und 4,1 % mehr Zuckerrüben angebaut.

Mehr umweltfreundliche Kulturen und Brachland

Die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP 2023-2027) wurde im Jahr 2023 eingeführt. Sie legt größeren Wert auf Bemühungen, die sich positiv auf die biologische Vielfalt, die Boden- und Wasserqualität, die nachhaltige Landwirtschaft, das Klima usw. auswirken. All diese Bemühungen haben viele Veränderungen mit sich gebracht.

So ist sowohl in Flandern als auch in Wallonien der Anteil der Brachflächen um 94,7% bzw. 21,4% stark angestiegen. Innerhalb der Brachflächen ist vor allem ein Anstieg bei Blumenmischungen, Gelbsenf und Ölrettich zu beobachten.

Übrige Kulturen

In Wallonien gibt es eine Verschiebung von der Rubrik „sonstige Futterpflanzen“ (C150400) zur Rubrik „Mischungen von Leguminosen“ (C150830) statt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Anbau „sonstige Mischungen (mit weniger als 50 % Gras) als die bereits aufgeführten Kulturen” in den wallonischen Flächenmeldungen durch „Mischungen aus überwiegend Futterleguminosen (mehr als 50%) und Getreide oder Gräser ” ersetzt wurde.

In Flandern sind Ölpflanzen (vor allem Sonnenblumenkerne und Soja) um 91,1 % gestiegen. Auch Hanf wird immer beliebter und verzeichnet in Belgien einen Anstieg von 83 %.

Im Jahr 2024 haben fast alle Gemüsesorten gut abgeschnitten, mit Ausnahme von Spargel und Brokkoli. Dies gilt sowohl für Flandern (+15,1 %) als auch für Wallonien (+19,5 %).

Aufgrund der feuchten Witterungsbedingungen im Jahr 2024 war es ein weniger gutes Jahr für Erdbeeren. Obwohl die Anbaufläche in Gewächshäusern um 2,2 % zunahm, ging die Gesamtfläche (Freiland und Gewächshäuser zusammen) um 6,4 % zurück.

Trotz einer Zunahme der Obstgartenfläche in Wallonien um 5,1 % blieb die Gesamtfläche in Belgien gegenüber 2023 stabil. Die Apfelernte ging um weitere 3,4 % zurück, während die Birnenernte leicht um 0,6 % zunahm. Nüsse hingegen geht es immer besser. Im Jahr 2024 gab es einen Anstieg von 10,3 % von Walnüssen und sogar 77,9 % von Haselnüssen.

Der Anstieg der Anbaufläche für Kleinobst (+5,7 %) war vollständig auf die Zunahme der Rebflächen (+12,2 %) zurückzuführen.

Rinder- und Schweinebestände gehen weiterhin zurück; Geflügel bleibt nahezu stabil.

Der belgische Rinderbestand war im Oktober 2024 im Vergleich zum Oktober 2023 um 4,1 % gesunken. Der Rückgang war größer in Flandern als in Wallonien (-4,6% bzw. -3,6%) und war in allen Kategorien zu beobachten. Die Zahl der Rinderhaltungsbetriebe ging in Belgien um 3,3% zurück (-3,7% in Flandern und -2,9% in Wallonien).

Während der Schweinebestand im Oktober 2024 sowohl in Flandern als auch in Wallonien gegenüber Oktober 2023 stabil blieb, sank die Zahl der Schweinebetriebe nur in Flandern (-3,8 %). Dies ist vermutlich auf die Ausstiegsregelung in Flandern zurückzuführen. In Wallonien gab es im Vergleich zu 2023 mehr Schweinehaltungsbetriebe (+1,9 %).

Der Anstieg der Zahl der Schweine mit einem Lebendgewicht von weniger als 50 kg glich den Rückgang in den anderen Kategorien aus. Bei der Aufzucht junger Schweine waren sowohl die Schweinepreise als auch die Preise für Futtermittel günstig.

Der Geflügelbestand stieg im Jahr 2024 leicht um 0,8% an. Dieser Anstieg war vollständig auf die Zahl der Hühner in Wallonien (+5,1 %) zurückzuführen.