Mit 108.150 Geburten im Jahr 2024 sinkt die Geburtenrate in Belgien um 1,9 % gegenüber 2023 (110.198 Geburten) und setzt den seit dem Höchststand von 2010 anhaltenden Abwärtstrend fort. Das im Jahr 2024 beobachtete Niveau ist zudem das niedrigste seit 1942. Seit Beginn der Registrierung der Geburtenzahlen gab es nur fünf Jahre mit einer niedrigeren Geburtenzahl als 2024: 1916, 1917, 1918, 1941 und 1942, alle Kriegsjahre. Abgesehen von einem leichten Aufschwung im Jahr 2021, der auf die Nachholbewegung nach Covid zurückzuführen ist, ist die Geburtenrate weiter gesunken. Dies geht aus den neuesten Zahlen zu Geburten und Fruchtbarkeit hervor, die Statbel, das belgische Statistikamt, veröffentlicht hat.
Ein allgemeiner Rückgang, aber mit Unterschieden zwischen den Regionen
Der Rückgang ist im ganzen Land zu beobachten, jedoch mit unterschiedlicher Intensität: Am stärksten ist er in Wallonien (-3,9 %), während er in Brüssel und Flandern mit 1,1 % bzw. 0,9 % begrenzt bleibt.
Die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR[1]) wird auf 1,44 Kinder pro Frau geschätzt (gegenüber 1,47 im Jahr 2023), wobei es Unterschiede je nach Staatsangehörigkeit gibt: 1,33 für Frauen mit belgischer Staatsangehörigkeit und 1,89 für Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Diese Zahl ist in der Region Brüssel am niedrigsten (1,34), während sie in Wallonien und Flandern mit einer TFR von 1,43 bzw. 1,48 Kindern pro Frau näher an den nationalen Werten liegt.
Elternschaft in immer späterem Alter, insbesondere in Brüssel und Umgebung
Das Durchschnittsalter, in dem eine Frau Mutter wird, liegt 2024 bei 31,4 Jahren, während das des Vaters oder des miterziehenden Elternteils bei 34,3 Jahren liegt.
In der Flämischen Region liegt das Durchschnittsalter der Mütter bei 31,3 Jahren. Es variiert jedoch zwischen 32,0 Jahren in Flämisch-Brabant, wo das höchste Alter der Region verzeichnet wird, und 30,7 Jahren in Westflandern, wo die Mütter die jüngsten in Flandern sind. In Wallonien liegt der Durchschnitt bei 31,1 Jahren, aber Wallonisch-Brabant unterscheidet sich mit 32,8 Jahren, dem nationalen Rekord, während in Hennegau das Alter mit 30,6 Jahren am niedrigsten ist. In Brüssel sind Mütter durchschnittlich 32,3 Jahre alt, womit Brüssel die Region ist, in der Frauen am spätesten Mutter werden. Bei den Vätern oder miterziehenden Elternteilen ist die Rangfolge ähnlich: Am ältesten sind sie in Brüssel (36,4 Jahre), gefolgt von Wallonien (34,1 Jahre). In Flandern sind sie mit 34,0 Jahren am jüngsten.
[1] Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt die Kinderzahl an, die eine Frau während ihres gesamten gebärfähigen Alters bekommen würde, wenn sie in jedem Alter die in diesem Jahr beobachtete Fruchtbarkeit haben würde.